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Meine Seele
Meine Seele, wo bist Du? Meine Seele, unter welchem riesigen Felsbrocken drohst Du, erdrückt zu werden?
Keine Träne kann ich weinen. Keine Träne, die den Fels aushöhlen kann, um Dir den Weg in die Freiheit zu bahnen.
Keinen Gedanken kann ich fassen. Keinen Gedanken, der Dich auf seinen Flügeln in die Freiheit tragen kann.
Meine Seele, nur Dunkelheit und Kälte umgeben Dich, kein wärmender Sonnenstrahl kann zu Dir dringen.
Du glaubst, nie wieder die Sonne zu sehen, nie wieder Wärme zu spüren, nie wieder Liebe zu empfangen, nie wieder Schönheit zu genießen.
Gib nicht auf, meine Seele!
Auch wenn ich schon glaubte, Dich verlassen zu müssen...
Nein, ich werde Dich nicht hüllenlos auf dieser Welt zurück lassen!
Sei gewiss:
Ich kämpfe um Dich!
Meine Gedanken schleudere ich wie gewaltige Blitze auf den Felsen, der Dich umschließt solange, bis er in kleine Kieselsteine zerbricht.
Meine Tränen werden zu einem reißenden Fluss, der die Bruchstücke von Dir spült.
Mein Herz wird Dich sanft empfangen und Dich vorsichtig wärmen bis die Sonnenstrahlen Dich zurück in die Freiheit tragen.
Glaube daran, dass die Sonne Dich wieder streichelt, ohne Dich an ihr zu verbrennen, dass Du die Wärme wieder spüren kannst, ohne daran zu ersticken, dass Du die Liebe empfangen wirst, ohne Dich völlig zu erschöpfen, dass Du die Schönheit genießen wirst, ohne davon erdrückt zu werden!
Meine Seele, wo bist Du? Bist Du in mir?
Ja, ich fühle Dich!
Ja, ich fühle, Du lebst!
Ja, ich fühle, ich lebe!
(Dieses Gedicht schrieb ich 2005 im Rahmen einer tagesklinischen Therapie, der ich mich wegen meiner Depressionen unterzog)
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